Afara, Algerien

In der Gegend um Afara verbringen wir drei Nächte. Das ist zu wenig, um die außerordentliche Schönheit der Gegend festzuhalten. Aber es ist genug, um von ihr eingenommen zu sein.
Wir treffen auf „Petrified Dinos“. Ein bisschen Monument Valley bei der Adaradj-Felsnadel. Wir fahren über endlose Sandflächen. Durch tiefe Schluchten, die mit Sand angefüllt sind. Vorbei an bizarren Türmen und Mauern. Den Erg Timezzouatine mit seinen mächtigen Sterndünen sehen wir nur aus der Ferne.
Leider keine Zeit, auf gutes Licht zu warten – nächstes Mal.

Tassili n’Ajjer, Algerien

Gemeinsam mit Burkhard und Sabine Koch (www.pistenkuh.de) bereisen wir 22 Tage die zentrale algerische Sahara im Grenzgebiet von Libyen und Niger.

Zwei Steyr 12M18, vier freiheitsliebende Reisende und viele Kameras treffen auf traumhafte Wüstenlandschaft, freundliche Tuaregs und viele Vorschriften.

Ein Führungsfahrzeug mit Guide, Fahrer und Nationalparkführer.
Strecke ist festgelegt. Übernachtungsplätze ebenfalls.
Über 3000 km Militär-Eskorte. Übernachten nur im 10km-Umkreis von Militärposten, Sicherheitslage spannend.
Das macht die ab der Grenze insgesamt ca. 4600 km lange Reise anstrengend.

Nun sind wir zurück in Tunesien und verdauen das Erlebte.

Das Fazit
Wir sehen unglaublich schöne Landschaften, Farben, Formen in einem flächenmäßig für europäische Vorstellungen riesigen Land – Algerien umfasst in etwa sechseinhalbmal die Fläche Deutschlands. Die Reisezeit ist günstig, der Tassili n’Ajjer einsam, genau so, wie wir es mögen. Lediglich einmal treffen wir auf eine deutsche Motorradgruppe mit Begleitfahrzeug.
Das Wetter schlägt Kapriolen und beschenkt uns mit 12 Stunden Regen bei dem nur über eine anspruchsvolle, lange und steile Dünenabfahrt erreichbaren Moula n’Aga nahe der libyschen Grenze. Wir fahren in der Wüste durch den Matsch, müssen unser Führungsfahrzeug bergen und erleben vor Nässe marmorierte Sanddünen. Ein eher seltenes Schauspiel.
Die Vielfalt der Landschaft begeistert uns. Das Gesehene setzt Maßstäbe. Wir erleben Wüste neu.

Unser Veranstalter DESERT Reisen bereitet die Tour sehr professionell vor. Der Inhaber Herr Touhami schickt uns seinen jüngeren Bruder Saman, mit dem wir schnell warm werden und über die ganze Reise hinweg einen herzlichen und freundschaftlichen Umgang pflegen. Seine guten Englisch- und Französischkenntnisse, sowie seine Kenntnis mancher deutschen Gepflogenheit, machen es uns leicht, anzudocken. Er berücksichtigt unsere speziellen fotografischen Wünsche, soweit es das enge Korsett von Vorschriften aufgrund der seit Mitte Januar geänderten Sicherheitslage in dieser Gegend zulässt.

Dieser speziellen Lage ist auch mancher Frust zuzuschreiben, der auf der Tour in uns aufkommt. Wir fahren durch einzigartige Fels- und Sandgebilde und können dort nicht bleiben, bis das gute Fotolicht kommt. Keine Chance, die Übernachtungsplätze frei zu gestalten, um diese herrlichen, vom Wind und Sand geformten Skulpturen so abzulichten, wie wir uns das vorstellen.
Der Begriff „Knipsbild“ wird bald zum Ventil für diese täglich zu ertragende Qual, nicht bleiben zu können, um das Bild als Foto festzuhalten, das in unserer Fantasie beim Anblick der bizarren Gesteins- und Sandformationen entsteht.

Natürlich fotografieren wir trotzdem wie die Wilden, Tag und Nacht. Eine erste Auswahl ist Teil dieses Beitrags.

Unsere kleine Reisegruppe hat gut funktioniert. Das Rezept ist einfach. Keine Experimente. Eine bekannte und belastbare Gruppe mit ähnlichen Interessen, Reisestil, Offroad- und Fotobegeisterung.
Das detaillierte Pistenkuh-Fazit zu unserer Reise findet ihr hier.

Das Berbermädchen „Malika“, Marokko

Sie sprüht vor Lebendigkeit und sagt, sie sei dreizehn, wobei sie ihre Finger zu Hilfe nehmen muss. Als ich sie frage, ob sie zur Schule geht, verneint sie. Sie spricht einige Sätze französisch mit ausgezeichnetem Akzent.

Sie lädt uns charmant zum Tee ein und besteht darauf, dass sie die Gastgeberin sei. „Mutter ist nicht da“, sagt sie. „Ich lade euch ein zu Tee und frischem, selbst gebackenem Berber-Brot“. Es ist schwer, sich ihrem Charme, ihrem Lächeln und ihrer kindlichen Bestimmtheit zu entziehen.

Als wir später umkehren müssen, weil die Piste von Baumaschinen versperrt ist, fragen uns die Bauarbeiter, wie wir hierher gefahren sind. Als wir den Ortsnamen nicht verstehen, fragen sie uns: „Seid ihr bei Malika gewesen?“.
Wir begreifen, Malika ist kein gewöhnliches Berbermädchen.
Sie ist die Anlaufstelle in dieser Gegend. Bereits mit dreizehn Jahren.

Schlangen-Düne bei Sidi Ali, Marokko

Die rötliche Düne liegt ein wenig verborgen hinter einem Bergrücken an der Strecke Taouz – Zagora und hat die Form einer Wüstenschlange.

Wir müssen den Reifendruck deutlich reduzieren, um am Abend den letzten Anstieg auf das sandige Hochplateau zu bewältigen. Der atemberaubende Sonnenuntergang belohnt unsere Mühe mit den letzten wärmenden Strahlen, bevor die Luft einer bitterkalten Wüstennacht von den Bergen auf uns herabfällt.

Am nächsten Morgen taucht die aufgehende Sonne den Sand in ein fast unwirklich oranges Licht. In der kalten, klaren Luft wird die Geländeformation aus der Höhe deutlich sichtbar.

Lost City – Oued Rheris, Marokko

Die verfallene Stadt liegt auf einem Felshügel.
Vermutlich als Schutz vor den reißenden Fluten.
Oder um wehrhaft zu sein?
Warum wurden die Behausungen aufgegeben?
Wurden sie zerstört? Weshalb? Von wem?
Beim Durchstreifen der Ruinen kreisen die Fragen wie Vögel um meinen Kopf.

Bergkette im Oued Rheris, Marokko

Der Fluss Rheris entspringt im Hohen Atlas und verliert sich in der algerischen Sahara.
Dazwischen speist er Oasen, durchquert meist unterirdisch das Tafilalet und fließt durch den Ort Remlia.
Wir bleiben einige Tage am Fuß einer langen Bergkette, die von einem seitlichen Zufluss eingeschnitten wird.
Dabei entstehen Aufnahmen, die die beeindruckenden Ausmaße der geologischen Formation deutlich machen.