Die Erzzüge Mauretaniens

Der Schatz der Sahara liegt am Ende der Welt: im westafrikanischen Mauretanien. 15 Millionen Tonnen Eisenerz ringen die Menschen hier jedes Jahr dem staubigen Boden ab. Der längste Zug der Welt transportiert den Rohstoff vom Landesinneren Richtung Küste.
Vier Lokomotiven ziehen die bis zu 2,5 Kilometer lange Waggonschlange quer durch die Sahara in den Verladehafen Nouadhibou. Für einen Halt an einer der Wüstenstationen muss der Lokführer bis zu drei Kilometer Bremsweg einkalkulieren. 21.000 Tonnen Ladung schieben den Zug unerbittlich nach vorn. Verlaufen sich Kamele auf die Gleise, ist es für eine Notbremsung oft zu spät.
Die Schienen, buchstäblich „in den Sand gebaut“, sind mit den Schwertransporten überlastet und extrem reparaturanfällig – immer wieder entgleisen deshalb Züge. Für die Eisenbahningenieure ist es ein täglicher Kampf, die Schienen für den Zug freizuhalten. Die größte Gefahr stellen Wanderdünen und Sandstürme dar – fast täglich werden deshalb „Anti-Versandungs-Trupps“ an die Gleise geschickt. Schaufel für Schaufel legen sie die Schienen wieder frei. Eine schweißtreibende Arbeit: Im Sommer kann es in der Sahara bis zu 70 Grad heiß werden.
18 Stunden dauert die Fahrt des Zuges zur Küste. Die Strecke ist eingleisig. Dennoch fahren sechs Züge täglich in beide Richtungen, Ausweichstücke gibt es nur wenige. Damit die Züge ihre Ziele pünktlich erreichen, muss der Zeitplan genaustens eingehalten werden. Jede Verzögerung verursacht Kosten. Denn im Verladehafen Nouadhibou wartet immer ein Schiff, das das Erz nach Europa bringt.

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3 Gedanken zu „Die Erzzüge Mauretaniens

  1. Wow wie verrückt ist das den??? Oh man echt krass… 70 Grad im Sommer…dann seit mal froh das ihr jetzt da seit:-)

  2. Hallo, als Eisenbahn-Interessierter bin ich total begeistert von diesem Bericht. Wusste ich auch nicht, dass es eine Eisenbahnstrecke mitten durch die Wüste mit riesig langen Erzzügen gibt. Wieder was dazu gelernt :-)
    Weiterhin gute Reise und gute Fahrt, bin total begeistert von den Bildern die Ihr hier postet… faszinierend…
    Viele Grüße

    Marcus

  3. Haben vor Jahren unser Iveco Reisemobil auf dieser Bahn verladen, war ein Abenteuer . Laut und staubig.
    Gruss Wolfgang

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